Lux und Watt sagen wenig darüber aus, ob Pflanzen genug Licht bekommen. Pflanzenlicht misst man in Photonen. Drei Begriffe reichen, um Datenblätter zu verstehen und den Lichtbedarf zu planen: PPF, PPFD und DLI.

PPF, PPFD und DLI

  • PPF (Photosynthetic Photon Flux, µmol/s): die gesamte Lichtmenge, die eine Lampe pro Sekunde für die Photosynthese abgibt. Das ist eine Lampeneigenschaft.
  • PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density, µmol/m²/s): wie viel dieses Lichts pro Sekunde auf einen Quadratmeter Blattfläche trifft. Sie ist an jeder Stelle unter der Lampe anders, in der Mitte höher als am Rand.
  • DLI (Daily Light Integral, mol/m²/Tag): die Summe der Photonen, die eine Fläche über einen Tag erreicht. Für Pflanzen zählt am Ende diese Tagessumme.

Die Definitionen und die Formel stammen aus der Virginia-Tech-Extension (Quellen unten).

Die Formel

Bei künstlichem Licht mit gleichbleibender Intensität gilt:

DLI = PPFD × Lichtstunden pro Tag × 0,0036

Der Faktor 0,0036 ergibt sich aus 3.600 Sekunden pro Stunde geteilt durch eine Million (µmol in mol). Umgestellt bekommst du das PPFD, das du für ein Ziel-DLI brauchst:

PPFD = DLI ÷ (Lichtstunden × 0,0036)

Das gilt nur bei konstanter Beleuchtung. Wird die Lampe gedimmt, rechne mit dem gedimmten PPFD. Den Rechner findest du weiter unten.

Richtwerte: Wie viel DLI brauchen welche Pflanzen?

Der Lichtbedarf hängt von Pflanzenart und Entwicklungsstadium ab. Die folgenden Bereiche stammen aus Extension-Publikationen amerikanischer Universitäten für Gewächshaus- und Innenraumanbau. Sie sind Orientierungswerte, keine Garantien, und gelten für Nutz- und Zierpflanzen. Die Nummern beziehen sich auf die Quellenliste am Ende.

Kultur / PhaseRichtwert DLI (mol/m²/Tag)Quelle
Sämlinge5 bis 10[1]
Gemüsejungpflanzen (Salat, Gurke, Kürbis, Kohl)10 bis 15[2]
Gemüsejungpflanzen (Aubergine, Paprika, Tomate)15 bis 20[2]
Wachstum: Blattgemüse (Salat)12 bis 17[1]
Kräuter (Basilikum)15 bis 25[1]
Blüte, hoher Lichtbedarf (blühende Pflanzen)12 bis 16[3]
Blüte/Frucht, sehr hoher Lichtbedarf (Obst und Gemüse)18 bis 30[3]
Fruchtgemüse (Tomate, ausgewachsen)20 bis 30[1]
Blattpflanzen im Zimmer (wenig bis mittleres Licht)3 bis 10[3]

Wie liest du die Tabelle?

  • Sämling: wenig Licht. Zu starkes Licht bringt nichts und kann Keimlinge stressen. Eine dimmbare Lampe hilft.
  • Wachstum: das Blattwachstum reagiert auf mehr Licht mit mehr Masse, bis es in die Sättigung geht. Salat und Kräuter brauchen weniger als Fruchtgemüse.
  • Blüte und Frucht: der Bedarf steigt, weil Blüten und Früchte viel Energie kosten. Tomaten sind ein gutes Beispiel für eine sehr lichthungrige Pflanze.

Die Bandbreiten zeigen, dass es den Wert nicht gibt: Sorte, Temperatur, CO₂ und Nährstoffe verschieben das Optimum. Beginne im unteren Bereich und beobachte die Pflanzen. Blasse, gebleichte Blätter oder verbrannte Spitzen deuten auf zu viel Licht, lange dünne Triebe auf zu wenig.

Beispiel (nur zur Veranschaulichung, kein Richtwert): Mit einer Lichtdauer von 16 Stunden und einem angepeilten DLI von 20 ergibt die umgestellte Formel das nötige PPFD: 20 ÷ (16 × 0,0036) = ca. 347 µmol/m²/s. Bei kürzerer Lichtdauer musst du die Intensität erhöhen, um dasselbe DLI zu erreichen.

Wichtig ist auch die Photoperiode: Für Pflanzen, die tageslängenabhängig blühen, ist die Beleuchtungsdauer nicht frei wählbar. Ein Iowa-State-Merkblatt nennt für Zimmerpflanzen etwa 12 bis 14 Stunden Kunstlicht als Regelfall, mindestens 10 und höchstens 16 Stunden für Hobbygärtner [3].

Rechner: Wie viel PPFD brauche ich?

Trage Ziel-DLI und Lichtstunden ein. Das Ergebnis vergleichst du mit dem PPFD, das die Lampe auf deiner Fläche liefert.

Hängeabstand und Lichtverteilung

Das PPFD sinkt mit dem Abstand zur Lampe und ist in der Mitte höher als in den Ecken. Zwei Effekte gelten immer:

  • Näher an den Pflanzen steigt das DLI, aber die ausgeleuchtete Fläche schrumpft [3].
  • Erzeugt die Lampe viel Wärme, kann ein zu geringer Abstand die Pflanzen schädigen [3].

Der genaue Abstand hängt vom Modell ab. Die Herstellerangaben, ergänzt um die Faustregeln aus Growlampe: Abstand richtig einstellen, sind der beste Startpunkt. Ein PAR-Messgerät oder eine Smartphone-App mit Kalibrierung liefert nur eine Näherung, ein Quantum-Sensor die zuverlässigste Messung.

Vom DLI zur Lampe

  1. Ziel-DLI für deine Pflanzen festlegen (Tabelle).
  2. Lichtstunden festlegen, daraus das PPFD berechnen.
  3. Zeltfläche bestimmen und eine Lampe wählen, die diese Fläche mit dem PPFD ausleuchtet.
  4. Stromkosten prüfen: Stromverbrauch einer Growlampe berechnen.

Die Empfehlungen pro Zeltgröße stehen in der Die beste Growlampe: LED-Empfehlungen nach Zeltgröße. Die Abdeckungsangaben stammen von den Herstellern, wir testen nicht selbst (Methodik).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen PPF und PPFD?

PPF ist die gesamte Lichtmenge der Lampe pro Sekunde, PPFD die Lichtstärke, die pro Quadratmeter an der Pflanze ankommt.

Wie berechne ich das DLI?

DLI = PPFD × Lichtstunden × 0,0036. Das Ergebnis hat die Einheit mol/m²/Tag.

Wie viel PPFD brauchen Sämlinge?

Sämlinge brauchen ein niedriges DLI. Rechne mit der Formel aus dem gewünschten DLI und deiner Lichtdauer das Ziel-PPFD und dimme die Lampe entsprechend.

Kann ich Lux in PPFD umrechnen?

Nur grob, weil der Faktor vom Lichtspektrum abhängt. Für Growlampen ist ein Quantum-Sensor die bessere Wahl. Herstellerangaben in Lux sagen wenig über den Pflanzennutzen.

Was passiert bei zu viel Licht?

Blätter bleichen aus oder bekommen verbrannte Spitzen, die Pflanze wächst nicht besser. Dimme die Lampe oder erhöhe den Abstand.

Quellen

Alle Quellen wurden am 29. September 2026 abgerufen.

  1. Virginia Cooperative Extension (Virginia Tech): Calculating and Using Daily Light Integral (DLI): An Introductory Guide, Formel und Richtwerte für Sämlinge, Salat, Basilikum und Tomate. https://www.pubs.ext.vt.edu/SPES/spes-720/spes-720.html
  2. Purdue University, Vegetable Crops Hotline: Managing Daily Light Integral to Improve Vegetable Transplant Quality, Richtwerte für Gemüsejungpflanzen. https://vegcropshotline.org/article/managing-daily-light-integral-to-improve-vegetable-transplant-quality/
  3. Iowa State University Extension, Yard and Garden: Important Considerations for Providing Supplemental Light to Indoor Plants, DLI-Klassen für Zimmerpflanzen, Blüten- und Fruchtpflanzen, Lichtdauer und Abstand. https://yardandgarden.extension.iastate.edu/how-to/growing-indoor-plants-under-supplemental-lights/important-considerations-providing-supplemental-light-indoor-plants